Mittwoch, Juni 02, 2010

Eine Woche mit dem iPad

Man entschuldige mir den kurzen Ausflug in die Welt der Technik, vielleicht schaffe ich ja einen kurzen Abstecher in die Pokerwelt mit einzubauen.


Eine Woche mit dem iPad, es ist jetzt etwa sieben Tage her, dass der leicht grummlige UPS Mann (hätte er gleich mal INS Haus geschaut, dann hätte er nicht 2x an einem Tag zu mir kommen müssen) mir mein iPad geliefert hat und seit dem ist es in meinem persönlichen Dauertest.

Die Einführung lasse ich mal weg, jeden den es halbwegs interessiert weiß inzwischen wie die einzelnen Apps funktionieren und was man damit machen kann. Ich bleib jetzt einfach ein wenig beim alltäglichen Gebrauch. Dabei kann ich gleich auf zwei Testpersonen zurückgreifen. Einmal auf meine Freundin (iPad 16gig WiFi) und natürlich auf mich (iPad 32gig 3g).

Surfen
Das Surfen mit dem iPad wird auf Dauer wohl das Haupteinsatzgebiet meines iPads bleiben. Vergleiche kann ich dabei zu meinem Desktop-PC, meinem älteren Laptop und einem ein Jahr alten Netbook (MSI Wind) meiner Freundin ziehen.
An meinen Desktop-PC kommt das iPad nicht dran. Dafür kann ich den normalen PC einfach zu sehr an meine Bedürfnisse anpassen (Chrome mit Addons, zwei Bildschirme, 4-Kern-CPU, etc.). Bewegen wir uns allerdings von meinem Schreibtisch weg und gehen an die Geräte, die ich auch von meiner Couch aus betreiben könnte, dann zieht das iPad den anderen Geräten davon. Der Hauptgrund ist hier die Bedienung, während ich beim Netbook noch versuche mit dem Touchpad den Scrollbalken zu erwischen, kann ich beim iPad einfach ohne Probleme jeden Teil der Webpage erreichen. Damit das auf dem Netbook/Laptop ähnlich komfortabel wird, müsste ich schon wieder eine Maus anschließen, das ganze auf den Couchtisch stellen, etc.
Ein weiterer Vorteil ist der "schnell mal gucken" Faktor. Home Button drücken, entriegeln, Browser starten. In 3 Sekunden habe ich quasi schon Google vor mir. Selbst wenn ich den Laptop immer im Ruhezustand lassen würde, könnte ich solche Zugriffszeiten nicht erreichen.
Nachteile gibt es natürlich auch. Ich bin kein Fan von Flash und sehr viele Seiten verzichten inzwischen darauf oder bieten Alternative Techniken an. Aber halt nicht alle.
Auch ist der Browser natürlich nicht so komfortabel wie ein Chrome oder Firefox. Wenigstens gibt es inzwischen einige Alternativen, so hat man bei iCab Mobile wenigstens schon mal einen Werbeblocker dabei.

Fazit Surfen:
Für den reinen Informationsgewinn ist das Surfen auf der Couch mit dem iPad wunderbar. Schneller und Komfortabler als auf einem Laptop oder Netbook. Abstriche muss man eher bei interaktiven Inhalten, besonders Flash, machen.

Lesen
Um auf dem Gerät zu lesen gibt es mehrere Möglichkeiten. Einmal natürlich mit der iBooks Applikation, diese kann ePub Dateien lesen die entweder im iBooks Store gekauft wurden (Auswahl im Moment noch sehr übersichtlich) oder man importiert über iTunes eigene (drm freie) ePubs. Die bekommt man aus einigen anderen Shops oder man wandelt sich (drm freie) PDFs selbst um (das funktioniert mit Calibre ganz gut. Wenn das PDF allerdings zu viele Formatierungen hat, dann kann das etwas eklig aussehen.)
Neben iBooks gibt es natürlich noch andere Wege eBooks zu lesen. Kindle für Bücher aus dem Amazon Shop oder z.B. GoodReader für viele andere Formate. Freunde von Comics können z.B. auf die offizielle Marvel App zugreifen oder mit Comic Zeal 4.0 eigene Comic Files mit dem iPad betrachten.
Zum Vergleichen muss hier natürlich einmal das Buch herhalten und ein Reader mit eInk Display (die ich bisher nur sehr kurz testen konnte). Vom Leseerlebnis kommt ein eInk Reader natürlich näher an das Buch heran, das ist keine Frage. Trotzdem hat man mit dem iPad immer noch ein gutes Gefühl, so dass einem nicht schon nach wenigen Minuten die Augen weh tun. Ob man persönlich auf einem Display lesen kann oder möchte, dass muss jeder für sich selbst testen. Mir macht es nichts aus und so ist es ein weiteres Feature, dass ich gerne nutze.
Echte Bücher nehme ich schon länger nur noch dann, wenn ich an Orte gehe, an die ich keine technischen Geräte mitnehmen möchte. Am Strand oder am Baggersee wird man mich also weder mit iPad noch mit iPhone sehen. Und zu Hause ist es einfach bequemer auf dem iPad ein Buch zu lesen. Das hat mehrere Gründe:
  • Durch das anwinkelbare Case vom iPad (was ich jedem empfehlen würde) liegt es eigentlich immer so, dass ich es ohne festzuhalten gut im Blickfeld habe.
  • Bücher haben ja oft die Angewohnheit zu blättern, wenn man die Seiten nicht festhält oder man das Buch nicht so weit knickt, dass es nicht mehr passiert.
  • Beim Umblättern muss ich nicht darauf achten, ob die Decke jetzt im Weg ist und die Seiten umständlich daran vorbei führen (ich lese hauptsächlich im Bett).
  • Man kann schneller mal ein oder zwei Seiten lesen, da ich das Gerät auch meistens bei der Hand habe.
  • Es ist leichter/handlicher als viele Bücher.
  • Es speichert automatisch die aktuelle Stelle.
  • Es fühlt sich nicht wie Papier an. (das ist wohl ein persönliches Problem von mir, ich mag das Gefühl und Geräusch von normalen Papier nicht)
Das klingt nach unheimlich trivialen Gründen, sie sorgen aber zumindest bei mir dazu, dass das Lesen an sich mehr Spaß macht.

Fazit Lesen:
Ich bin vorher schon zum Lesen auf das iPhone umgestiegen, deshalb stellt das iPad im dem Sinne natürlich einen großen Fortschritt da. Ein eInk eBook Reader wäre sicherlich besser von der Qualität der schwarz-weiß Bücher, doch die Geräte sind recht teuer, dafür dass man damit nur lesen kann und das würde sich für mich nicht lohnen.

Spielen
Eine Real Money Pokerapp wird es wohl so schnell nicht geben, dafür sind die Gesetze in Amerika wohl zu streng, als dass so etwas in den App Store kommen könnte.
Auf der Seite der Casual Games sieht es da schon anders aus. Shooter, Rennspiele, Adventures, alles aber noch in einem sehr überschaubaren Rahmen.
Das Niveau der Spiele würde ich irgendwo zwischen Handheld Konsole (Nintendo DSi, PSP) und einer aktuellen Konsole einordnen.
Highlights sind für mich im Moment Adventures. Baphomets Fluch: The Director's Cut ist z.B. vor kurzem erst erschienen und verdammt gut auf die Touchsteuerung angepasst. Auch einen Blick wert ist sicherlich das neue Sam&Max, dem die Steuerung meiner Meinung nach nicht so gut gelungen ist.
Oft hört man die Kritik, dass die iPad Spiele so teuer sind. Das sind sie, allerdings nur, wenn man es mit iPhone Spielen vergleicht. Vergleicht man das ganze mit Spielen auf anderen Handhelds, dann kann man kaum etwas gegen ein Spiel für 10€ sagen.

Fazit Spielen:
"Richtig" Spiele ich bisher immer noch auf dem PC, das kann weder ein iPad, noch eine PS3 verhindern. Das iPad liefert aber einige lustige Spiele für zwischendurch, die inzwischen auch eine ordentliche Qualität haben. In Zukunft wird sich der Store hoffentlich noch weiter füllen und von den größeren Publishern mit Spielen versorgt werden.

Kritiken:
Man stößt im Internet auf mehr als genug Kritiken. Manche davon sind wahr, manche falsch und manche spielen je nach Anwendungsfall einfach keine Rolle. Ich geh mal auf die größten Kritikpunkte ein:

Kein Flash
Es hat kein Flash und kann es deshalb nicht anzeigen. Ob man es braucht, das ist die andere Frage. Wer hauptsächlich in Facebook die Flashspiele spielt, der wird natürlich mit einem iPad glücklich. Wer hauptsächlich viele Newsseiten und Foren besucht, der wird kaum noch über Flash stolpern. Viele Seiten haben es schon verbannt oder bieten Alternativen an.

Keine echte Tastatur
Natürlich hat es keine echte Tastatur, sonst wäre es ja kein iPad, sondern ein iBook. Die Touchtastatur kommt nicht an eine echte Tastatur heran, zumindest wenn gelernt hat auf einer echten Tastatur in einem vernünftigen Tempo zu tippen. Ich persönlich komme an einer richtigen Tastatur auf etwa 430kpm (keys per minute), wenn ich richtig vor dem iPad sitze (also nicht auf der Couch liegend, mit einer Hand tippend), dann komme ich auf geschätzte 200kpm. Mit etwas Übung lässt sich das sicherlich noch etwas steigern, aber ich glaube kaum, dass ich die gleiche Geschwindigkeit erreiche.
Wer allerdings auf einer Hardware Tastatur schon mit Zwei-Finger-Suchsystem tippt, der wird auf einem iPad nicht wirklich viel langsamer sein.
Wer natürlich eine Tastatur möchte, der kann eine über BlueTooth betreiben.

Zensur im AppStore
Das ist der Punkt, den ich gern unter der Kategorie Prinzipien vs. Realität einordne. Ja, es kommt nicht jeder in den AppStore und wer seine Titten-App darüber vertreiben möchte, der hat eben Pech gehabt. Aber in der Realität wird man sehr wenig im Store vermissen (eine WiFi-iTunes-Sync App haben sie gerade abgelehnt, die wäre sehr nett gewesen).

Kein USB
Eins der Argumente die ich am wenigsten verstehe, was wohl mit meinen Angewohnheiten zusammenhängt. USB Geräte (externe Festplatte, Digicam, etc.) hängen bei mir an meinem Desktop-PC, dort wird auch alles wichtige von mir verwaltet.

Spiegelndes Display
Ein mattes Display wäre hier sicherlich von Vorteil gewesen. Ich bin in dem Bereich nicht technisch versiert genug um zu sagen, ob ein spiegelndes irgendwelche technischen Vorteile hat, aber matt wäre nett. Allerdings habe ich bisher immer eine Position/Winkel gefunden, in dem ich das iPad ohne Probleme hab verwenden können.

Überhitzung
Noch nicht erlebt, man sollte sein Gerät halt nicht im Auto oder in der prallen Sonne am Fenster liegen lassen. Gerüchte, dass es beim kleinsten Sonnenschein schon abschaltet sind schwer übertrieben.

Kein Multitasking
Persönlich vermisse ich es nur bei ICQ, da wäre es ganz nett, was wohl auch im nächsten Update möglich sein wird. Bei vielen anderen Dingen merkt man einfach keinen Unterschied, ob die App jetzt zu war oder ob sie im Hintergrund laufen würde. Um z.B. einen Link vom Browser in eine eMail zu kopieren, brauche ich kein Multitasking. Die Zustände werden gespeichert und wenn ich vom einen wieder zum anderen wechsle, dann bin ich wieder da wo ich vorher war.

Fazit Kritik:
Man sollte sich überlegen für was man so ein Gerät überhaupt nutzen möchte. Ein Profifotograph der sich auf Wüstenbilder spezialisiert hat, der wird mit dem Gerät wohl wenig anfangen können.
Jemand der nur den ganzen Tag in der Hängematte liegen und lesen möchte, der sollte vielleicht auch lieber zu einem Reader mit eInk Display greifen.
Ansonsten kann man viele Kritikpunkte einfach damit entkräften, dass man das Gerät einfach in seinen alltäglichen Situationen beobachtet und sich auch im Hinterkopf behält, dass das ganze kein Ersatz für einen PC ist, sondern nur eine Zugabe.

Gesamt Fazit
Hier erlaube ich mir noch kein Fazit. Es gibt noch so viele Dinge, für die ich einfach keine Zeit hatte. Dinge die sich erst mit der Zeit entscheiden und Dinge, die mit zukünftigen Apps möglich werden.
Der erste Eindruck ist super, zumindest für meine Anwendungsgebiete. Es ist kein PC-Ersatz und produktiv mit Arbeiten würde ich damit wohl nicht. Zum Spielen, Spaß haben und konsumieren ist es allerdings bestens geeignet.

Kommentare:

zenetik hat gesagt…

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Grüße,

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Poker Analyse Tool hat gesagt…

Poker nun seit einigen Wochen auf dem IPad -> :)

Poker rulz hat gesagt…

Heyho,
wiedermal einen eingeschlafenen Blog gefunden. Ich hoffe meiner Seite passiert das nicht auch irgendwann mal. XD